Schweizer Meisterschaften als Test für die EM

Von Marco Stocker

 

Die diesjährigen Schweizer Meisterschaften der Aktiven in Frauenfeld standen ganz im Zeichen Europameisterschaften in Zürich, die am 12. August beginnen werden. Dabei wollten nicht nur zahlreiche Schweizer Spitzenathletinnen und Athleten noch die Limite für diesen Grossanlass im eigenen Land erzielen, auch die Organisatoren testeten die Abläufe des Wettkampfs möglichst EM-konform.

So konnten auch die drei Muttenzerinnen, welche sich für diese Schweizer Meisterschaften qualifizieren konnten, einen Eindruck gewinnen, was es alles an einem Grossevent alles zu beachten gibt. Handys und andere elektronische Geräte mussten beispielsweise schon vor dem Einlaufen abgegeben werden. Das Einlaufstadion befand sich zudem etwa zehn Minuten entfernt und man musste sich nach der ersten Callroom-Time per Shuttle-Fahrzeug ins eigentliche Stadion chauffieren lassen. Dort angekommen wurden die Athletinnen von deutsch und englisch sprechenden Speakern vorgestellt und konnten sich selbsz auf der Grossleinwand sehen. Ein zusätzlicher Druck, mit dem nicht alle gleich locker umgehen können. „Ich war unglaubich nervös. Meine Arme haben im Startblock nur so gezittert,“ meinte denn auch die Muttenzerin Sarina Kämpfer, die sich erstmals für eine SM „der Grossen“ qualifizieren konnte. Über 100 Meter Hürden lief sie in 15.71 die zweitschnellste Zeit ihrer Karriere über die 84 Zentimeter hohen Hindernisse. Ihre Trainingskollegin Sheena Frei erzielte in derselben Disziplin in ihrem Vorlauf eine Saisonbestzeit von 15.40. Für die ferienbedingt sicherlich nicht optimale Vorbereitung beider Athletinnen sind dies sicherlich aufbauende Resultate.

 

Daniela Wydler hat bereits etwas mehr Erfahrung an Schweizer Meisterschaften, dürfte aber aufgrund der grossen Kulisse ebenfalls beeindruckt gewesen sein. Ihr Rennen über 400 Meter bot eine ganz spezielle Besonderheit; führte es doch unter zwei Brücken hindurch, welche die Veranstalter bauen liesen, damit die Zuschauer auch in den Innenraum der Rundbahn gelangen konnten. Daniela Wydler ging ihren Lauf jedenfalls mutiger an wie auch schon, konnte aber die Pace leider nicht ganz durchhalten. Ihre Zeit von 60.12 reichte schliesslich für den fünften Platz ihrer Serie und zum 15. Schlussrang. Der nächste Wettkampf für die Muttenzerinnen wird nun ganz sicher ein unvergesslicher werden, an der EM werden nämlich alle dabei sein, wenn auch nur als Zuschauer.

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